Startseite
Aktuelles
Archiv
Ausbildung
Über uns
Kontakt
Links
 

Trommeln auf Holzbohlen

31.08.2008 05:00
Alter: 12 Jahr(e)

Großenritter Spielleute schwelgten beim Familientreffen in Erinnerungen

Sie trafen alte Freunde: Freimut und Marion Schneider.

Es klappt noch: Martin Heine (rechts) rührte zum Spaß die Trommel. Karl-Heinz Hofmann und Eckhard Mihr (von links) schmetterten mit Großenritter und Hoofer Spielleuten Märsche. [Fotos: Dilling]

Freimut Schneider blickt wie alle anderen Gäste gebannt auf das Geschehen auf der Leinwand im Festzelt an der alten Schule Großenritte. Spielleute in weißen Hosen marschieren musizierend an begeisternd klatschenden Menschentrauben vorbei. „Guck mal, das bist ja du“, ruft Schneiders Frau Marion. „Ach, das kribbelt wieder, wenn ich diese Bilder sehe“, sagt Freimut Schneider, der acht Jahre in Großenritte spielte, bevor er nach Vellmar umzog und auf Chorgesang umsattelte. Mehr als 30 Jahre ist das jetzt her.

Schneider ist wie viele andere ehemalige oder noch aktive Musikanten des Großenritter Spielmannszugs gekommen, um an diesem Freitagabend die alten Zeiten wiederaufleben zu lassen. Denn die „Knüppelkapelle“, die in den ersten 20 Jahren nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit Trommeln, Fanfaren und Lyra für Furore sorgte, bildet eine der Wurzeln der 100-jährigen Geschichte des Musikzugs des GSV Eintracht Baunatal.

Martin Heine (78), früher erster Trommler im Musikzug und ein Vierteljahrhundert Kassierer, Karl-Heinz Hofmann (79) und Eckhard Mihr (70) gehören zu den Veteranen des Großenritter Spielmannszugs. Heine und Hofmann fingen dort kurz nach dem Krieg zu spielen an. Eckhard Mihr stieß 1948 als Benjamin zu den Musikanten. Elf Jahre war er damals und noch Schüler. Das Trommeln habe er auf einer Holzbohle auf dem früheren Zimmerplatz an der Niedensteiner Straße gelernt, erinnert er sich.

Der Spielmannszug bot damals jungen Leuten die Chance, aus dem Dorf herauszukommen und etwas zu erleben. Hofmann erinnert sich an die Auftritte auf dem Gudensberger Viehmarkt. Da habe man die „Locke“ für die Blaskapelle gespielt, sagt er. Fanfarenbläser und Pfeifer bildeten gewissermaßen die Vorgruppe der Blasmusiker.

Viel mehr Auftritte als heute der Musikzug habe man damals absolviert, erzählt Hofmann. Auf dem Fahrrad oder mit dem Bus ging es zu den Festen. Honorar Fehlanzeige. Die Musiker freuten sich über ein Fässchen Bier und kostenlosen Kuchen als Dank. (pdi)

 




Kategorie: Auftritte, Senioren, Feste und Fahrten, Presse
Von: HNA vom 31.08.2008 (pdi)
<- Zurück zu: Startseite

Keine News in dieser Ansicht.